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Motorengeknatter zu Lande und in der Luft "Vielleicht wird dieses Treffen am ersten Mai sogar Tradition“, wagt Manfred Krämer, einer der beiden Hauptorganisatoren des ersten Porsche-Harley -Treffens in Vogt, zu
hoffen. Zwar zeigte sich das Wetter am Morgen noch nicht von seiner besten Seite, dennoch fuhren auch unter bewölktem Himmel immer mehr funkelnde Harleys und frisch polierte Porsche auf dem Porscheplatz vor dem
Autohaus Krämer ein. Wer einen Platz für sein Schmuckstück gefunden hatte - freilich für die Harleyfahrer einfacher - der ergatterte sich zum munter werden eines der Sektgläser. Schließlich hatten einige schon
etliche Stunden Anfahrt hinter sich.Andere kamen müde und mit verräterischen Augenrändern aus ihrem Hotel. Nachzügler wurden noch per Handy in die richtige Richtung gelotst, kleinere Grüppchen
fanden sich bereits zum Fachsimpeln zusammen, ein paar Neugierige versammelten sich um den roten Ferrari, breiten Dodge Viper, oder blauen Bugatti EB 110 (eigentlich ja ein kleiner Stilbruch beim Porsche- Harley-
Treffen) und ein paar bestaunten verblüfft Familie, Krämers Sekt vom Fass. Gegen elf Uhr kam Bewegung in die Menge. Manfred Hämmerle, K+M Harley-World-Chef, versammelte die Motorfreaks, um mit Allgäuer Dialekt
unfallfreie Fahrt zu wünschen und eine bunte Mischung von Autos und Motorrädern beim Korso zu empfehlen, denn das mache schließlich, das Bild aus. "Haltet Abstand, Manfred hat in nächster Zeit für kaputte
Stoßstangen keine Termine mehr frei“, fügte er noch schmunzelnd hinzu. Dann klemmte sich jeder hinter sein Steuer und versuchte sein Gefährt in Position zu bringen. Vorne weg fuhr das Presseteam im 911
targa, gefolgt von "Free Willy" auf seinem berühmt-berüchtigten "rat bike". Dahinter reihten sich brav die anderen ca.100 Porschefahrer und etwa genauso viele Harley-Fans ein. Mit von
der Partie waren auch der Vorsitzende des Porsche-Harly-Clubs Stuttgart, Franz Steinbeck, und der Chef vom Porsche 928 Club, Tobias Aichele. Bei Tempo 40 ging es über (zum Teil holprige) Landstraßen in Richtung
Flugplatz Bad- Waldsee Kloster Reute. Trotz zahlreicher nicht-motorisierter Ausflügler, die am ersten Mai unterwegs waren, zog die Autokolonne weniger feindselige Blicke, als offene Bewunderung und Neugier
auf sich. In gemütlichem Tempo rollte der Korso zwischen Löwenzahn-Wiesen und kleinen Weilern über unebene Straßen. An gefährlichen Kreuzungen übernahmen die Harley-Fahrer vom Harley-Club Allgäu am Kopf der
Kolonne, ganz selbstverständlich die Absperrung, so dass der kleine Umzug sicher über die Bühne ging. Ein paar mutige Cabriolet Fahrer klappten nach einigen Kilometern sogar das Verdeck auf, um die Stunde hinterm
Lenkrad und die herrliche Allgäu-Landschaft in vollen Zügen genießen zu können. Zwischendurch ließ die Strecke einen größeren Druck aufs Gaspedal zu, bis kurz vor dem Ziel, da mussten- zumindest die vierrädrigen
Sportgeräte- abbremsen und kurze Zeit im Parkstau vor dem Flugplatz warten. Am Ende standen die Porsche wie ausgemessen in drei langen Reihen auf der Wiese. Vor dem Flugplatz Hangar reihten sich die Harley
Davidsons fein säuberlich eine nach der anderen ein. Schon bald wurden die interessantesten Maschinen von Easy Ridern umringt und auch der 996 GT3 in gelb, das neueste Produkt aus dem Hause Porsche und auf dem
offiziellen Markt noch gar nicht zu haben, konnten sich nicht über desinteressiertes Publikum beschweren. Auf dem Flugplatz waren Friedhelm Christ und seine Flieger voll im Einsatz. Sie sorgten für die
Versorgung der Motorfans- Benzingespräche machen hungrig. Inzwischen brannte die Sonne so heiß, dass sämtliche Bierbänke von drinnen ins Freie geschleppt wurden, um dort kulinarische Köstlichkeiten wie
"Putenrolle Madagaskar" zu schlemmen oder sich an simplen Gaumenfreuden wie Pommes und Steak im Brot zu erfreuen. Richtig spannend wurde der Nachmittag mit dem Eintreffen von Testpilot Uli Schell in seiner
270 PS starken "Pitts spezial" aus Mindelheim. Seine waaghalsigen Rückenflüge, gefährliche Loopings, gerissene Rollen und perfektes Trudeln ließen für einige Zeit die Gespräche am Boden verstummen.
Aber auch rasante Segelflieger, der Hubschrauber oder Friedhelm Christ in seinem "roten Baron" lenkten immer wieder die Aufmerksamkeit gen Himmel. Manchen Liebhaber heißer Öfen oder schöner Autos reizte
die Fahrt durch die Luft schließlich so sehr, dass er sich einen Flug buchte. Wenn auch das Knattern von Motoren Musik in den Ohren mancher Porsche und Harley Fans sein mag, so sorgte die Einlage des Fanfarenzugs
Vogt trotzdem für eine angenehme musikalische Unterbrechung. Gegen Abend vertrieben aufziehende Wolken die meisten Gäste vom Flugplatz Bad- Waldsee Reute. Nur ein paar ausdauernde Fans exklusiver Maschinen,
verharrten noch bis in die frühen Morgenstunden bei Gesprächen über PS und vieles andere. Isolde Fugunt |